goddamn this noise inside my head
Woher auch!

 

Inneres

Uns bleibt nur zu trauern.

Der Krebs hat ihn fertig gemacht und wir konnten nur zusehen.

Obwohl der körperliche Verfall unzweifelhaft seinen Teil beigetragen hat, denke ich, der Hirntumor hat diesen "Kopfmenschen" im wahrsten Sinne um den Verstand gebracht. Wie muss man sich fühlen, wenn man Mathe und Physik studiert hat und am Ende vielleicht nicht mal mehr 2m gradeaus denken konnte.

Ich höre noch dein Lachen auf dem Büroflur und werde es hoffentlich nie vergessen!

... doch nicht.

[Kopfschmerzen, die nach Stunden zu (sowas wie) Zahnschmerzen werden, sind auch nicht so das, was man am Wochenende so braucht.]

Hatte schon seit Tagen überlegt, ob hier mal schreiben soll, dass ich hier vielleicht bald mal wieder was schreibe.
Dann habe ich in den Referrern jemanden wieder entdeckt - und dort gelesen.

Also schreibe ich später mal darüber, dass der kostenlose "Basis Check" incl. Sensorreinigung bei Pentax gut klappt.

H. ist einer der drahtigsten und fittesten Leute Ende Fünfzig die ich so kenne. Das einzige an sich, dass er wohl jemals vernachlässigt hat, sind seine Zähne. Aber das bringt einen ja in den seltensten Fällen um. (OK, seine Rossmann Lesehilfe verstößt auch gegen meine Familienehre, aber dazu habe ich nie was gesagt.)
Dann bekam er so eine Stelle auf dem Kopf, die man wegen des spärlichen Haarwuchses und seiner eher mäßigen Körpergröße gut sehen konnte. Irgendwann ist der kerngesunde Kerl doch mal zum Arzt, und dann in die Hautklinik. Hautkrebs.
Ich hatte ja vermutet, er als Sportler wäre zu viel in der Sonne gewesen. In der Jugend, in der letzten Zeit, was weiß ich. Das wies er aber weit von sich. Wenn ich noch mal drüber nachgedacht hätte, wäre mir das vielleicht bei dem kerngesunden Ernährungsstil, den er pflegt, auch abwegiger vorgekommen.
Jedenfalls wurde das Ding rausgeschnippelt. Wenig später haben sie ihm dann noch ein paar Lymphknoten entfernt, wozu man hässlich aufgeschnitten wird. Aber das ist wieder gut verheilt und alles schien gut.

Bis neulich. Nach einem weiteren kleinen Hautfleck wurden jetzt kleine Metastasen in einigen Organen festgestellt. Ab nächste Woche Woche dann Chemo.
Ich neige dem drahtigen, fröhlichen Menschen eine hohe Widerstandskraft zu attestieren. Aber vielleicht ist das auch nur der innere Wunsch, das er daran doch nicht untergehen kann / darf. Die Chancen sind - wie man hört - gut.
Ich jedenfalls drücke ihm die Daumen!

Selbst wenn man sehr auch sich achtet, sich gut ernährt, Sport treibt und seit Jahrzehnten (wenn überhaupt) keinen Sonnenbrand hatte, kann man trotzdem plötzlich bösartige Hautveränderungen bekommen, die schnellstmögliche Operationen nötig machen.

Das kann es doch nicht sein! Wir hoffen für dich!

1.
Natürlich habe ich vor Jahre die über-30jährigen belächelt, die gesagt haben, weggehen lohne sich doch eh nicht mehr so richtig, zum Tanzen das Haus zu verlassen sei quasi nicht mehr möglich, da die Musik schlecht, die Leute zu jung und scheiße und über haupt ... früher war alles anders und besser.
Und heute ertappe ich mich dabei, dass ich das quasi auch so sehe. Scheint eine Art Naturgesetz zu sein. Natürlich geht man noch weg, aber so wie damals (TM) ist das nicht mehr.

Hey, es ist Vollmond! Da ist klar, dass ich da 'n Hut aufhabe, oder?

2.
Auf Privatparties, auf den denen man der Jüngste ist, ist man dann wiederum genauso verloren, nur anders.
Wenn die zahlreichen Gäste ab 00:00 Uhr - aus Angst zu Aschenputtel oder Kürbisen zu mutieren - aber spätestens ab 1:00 Uhr - paarweise, meist, so wie sie erschienen sind in jedem Fall - die Flucht in die eigenen 4Wände antreten, war's das.
Aber wenn man dann im leeren Wohnzimmer quasi auf Anhieb im DVD-Regal des Gastgebers Absolute Giganten findet und die dann auch anmacht und nach Hause geht, bevor der Film vorbei ist, dann besteht doch noch Hoffnung. Irgendwo.

Es müsste immer Musik da sein. Bei allem was du machst. Wenn es so richtig scheiße ist, ist wenigstens noch die Musik da. Und an der Stelle, wo es am allerschönsten ist, da müsste die Platte springen und du hörst immer nur diesen einen Moment.

Are you in a band?
No, I'm not.
You should be. You have this - style.

In zwei Wochen frei (durch Feiertage, freie Tage vor Feiertagen und Überstunden) nichts - ja, wirklich nichts - gemacht, was ich nicht auch während einer Arbeitswoche gemacht haben könnte. Eigentlich sogar noch weniger.

Einerseits natürlich vertane Zeit irgendwie. Was man nicht hätte alles machen können! [Ja, was eigentlich?] Aber hey - scheiß auf Erwartungsdruck!

Der Nachteil am noch jungen Jahr ist, dass das Argument Ich habe dieses Jahr noch gar nicht ... irgendwie noch nicht so richtig zieht.

Und ich kann doch nicht schon in den ersten paar Tagen ein Kaugummi kauen, zu Mc Donald's gehen, bei Subway essen, mit dem Rad über den Nienstedter Pass fahren, Joggen gehen, aufräumen, Frauen ansprechen, ...

Vor Monaten habe ich die komplette Six Feet Under DVD-BOX gekauft, ich in kleinen Dosen - gestreckt über diesen Zeitraum - eingenommen. Ich habe diese Serie geliebt.
Die letzten Folgen sind pures Trauma, finde ich. Entweder liegt es allein daran, dass es so unheimlich dicht und glaubwürdig gespielt ist oder dass ich immer wieder Parallelen zum hier und jetzt [um Formulierungen wie meinem Leben zu vermeiden] gesehen habe.
Ich bin Nate [mit viel weniger Sex] und David [in unschwul] gleichzeitig und Claire und Ruth [beide ebenfalls mit Abwandlungen] kenne ich auch.
Jedenfalls hat es mich ziemlich mitgenommen und die letzte Folge zu sehen, habe ich vor mir hergeschoben. Dann danach ist es vorbei. Es noch mal zu sehen, wird nicht das gleich sein.

Die Welt ist schlecht. - Das haben wir schon immer gewusst.

Wie gut man selbst sein will und kann, hängt im wesentlichen wohl davon ab, wie gut man abends einschlafen kann. Je weniger Gedanken man sich machen muss (ergo Ausmaß an Naivität und Dummheit), desto leichter lassen sich moralische Grundsätze ignorieren. Desto besser schläft man.

Setzt man sich wissentlich über bestehende Regeln hinweg, ist das ein Verstoß gegen die Moral. Ist einem das egal - Hauptausrede: Machen doch alle so! - hat man kein Problem. So lange man das wirklich meint.

Hält man sich an die Regeln, alle anderen aber nicht, hat man schnell das Gefühl der Idiot zu sein. Egal, ob man nun allein an der Ampel nur bei grün geht, obwohl alle anderen über die Straße laufen, auf der Arbeit die Mittagspause nicht überzieht und nicht den halben Tag bei Kollegen Kaffee trinkend verbringt, oder bei einer staatlichen Prüfung nicht bescheißt, während die Aufsicht Zeitung liest.

So lange man der Meinung ist, so sei es richtig, weil man abends sonst ein schlechtes Gewissen hat, weil es falsch gewesen wäre, sich anders zu verhalten, darf man sich auch mal als Idiot fühlen.
Nur weil alle anderen sich regelwidrig verhalten, ist das kein Grund es ihnen gleich zu tun. Andererseits darf man denen ihr Verhalten aber wohl nicht vorwerfen.

Anstand ist wohl für jeden was anderes. Und die Gewissensprüfung ist abgeschafft.
Machen doch alle so!? - Ohne mich!

 
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