goddamn this noise inside my head
Woher auch!

 
Doch mal wieder zu einer Max Goldt-Lesung gegangen. Sowas ist in Hannover immer gern ausverkauft. Wie immer Zweiteilung in vor der Pause und nach der Pause; dann Zugabe.
Vor der Pause gab es nur drei neue Texte von insgesamt 65 Minuten Länge. Die Texte diesen Jahres ließen meine Vorfreude auf das im Januar erscheinende Buch etwas sinken, denn so doll fand ich sie nicht. Amüsant, aber nicht von alter Klasse.
Nach der Pause gab es - wenn ich micht nicht täusche - auch nur drei Texte. Diesmal verteilt auf 55 Minuten. Onkel Max erklärt, dass er ab nächstem Jahr wieder eine Doppelseite in der Titanic hätte und dann kam ein brandneuer Artikel, der darauf wieder viel Vorfreude in mir aufstiegen ließ. Hurra! Ein Text über erstes ertragreiches Mastubieren inklusive einer Abhandlung der Wampenwanderung, dem Phänomen, dass mittlerweile die Bierbäuche von den Bauarbeitern unübersehbar zu den jungen Mädchen gewandert seien, die alten Männer nunmehr schöner als die jungen Mädchen seien. Eindrucksvolle Beobachtungsgabe verpackt in treffsichere Formulierungen, so liebe ich Max Goldt. Groß!
Die Vorbemerkung lautete, er habe den Text nur in München gelesen, werde in Hannover lesen und dann wahrscheinlich wegwerfen. Lieber nicht, wäre schade drum, Onkel Max!
Dann ein Oldie über Nerds und Warmduscher. Drei dritte Text tendierte zwischen alter Liebe und Digitalkameras. Fast hätte ich gelacht, als es über das Fotografieren von Speisen in Restaurant las, dann aber erinnerte ich mich an das Le Monde in Bratislava und verstummte. Aber das waren die Teller wirklich schön.
essen2essen1
pfeffermuehleIn der Zugabe wurde die Übergröße aktueller Pfeffermühlen erklärt und die woran man (Homo)Sexuelle nicht erkennt. [Oder waren das zwei Texte und einer kam noch vor der Zugabe?]
Bis auf den Oldie nur Neues, das ist gut, auch wenn die Qualität nicht immer gold war. Aber vom aktuellen Schaffen kann man sich ja demnächst in der Titanic ein Bild machen. Ins 2005er Buch sollte man aber vielleicht vorher mal kritisch reingucken.
Das Zitat des Abend kommt nicht vom Vortragenden, sondern einem Typen neben mir am Büchertisch: Das gibt ihm sowas nazihaftes.
Wer nämlich das ganze Jahr kurze Hosen trägt, der ist hart wie Krupp-Stahl.


[Kamera vergessen, dabei war die Bühne so schön blau beleuchtet.]
 
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